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Dreißigjährige Beobachtungen auf Hoch-Serfaus ergaben einen jährlichen
Durchschnitt von 2.300 Sonnenstunden. Das sind die meisten "Sonnstunden" in ganz
Österreich.
Das ist mehr, als die russische Propaganda
vom sonnigen Nord-Kaukasus berichtete und der Welt als nicht zu überbietendes Beispiel
für Luftkurorte hinstellte.
Dr. Norbert Mantl, 6423 Mötz 86:
"Nun gehört Serfaus in das sogenannte
Engadiner Trockengebiet, das im Norden bis Landeck reicht und früher den Kernpunkt der
Propaganda für St. Moritz und Arosa bildete.
St. Zeno am Fuße von Hoch-Serfaus mit rund 1450m Höhe hat alle Vorzüge des genannten
Trockengebietes. Das ausgezeichnete Klima dieses Panorama ist besonders dadurch
gekennzeichnet, daß Weizen und Äpfel in bester Qualität jedes Jahr reifen.
Das besagt auch medizinisch sehr viel ...
Die Luft ist warm, trocken, staubfrei und ruhig, die Sonne offenbart in dieser Höhe ihre
heilkräftige Strahlung bereits merklich stärker als 600 m tiefer im Tal.
Ich glaube, daß man hier der Öffentlichkeit mit gutem Gewissen einen Luftkurort anbieten
kann.
St. Zeno ist dabei durch eine leichte Absonderung und Erhöhung ausgezeichnet.
Besonders durch die Nähe des Waldes, der im Dorfinneren fehlt. Dies ist ein einmaliger
Vorzug im Hotel St. Zeno.
Die kurz geschilderten Verhältnisse erlauben eine besondere Empfehlung an Gäste mit
Beschwerden der Atmungsorgane, wo bereits unzweifelhafte Erfolge bekannt geworden sind.
Ich habe das selbst beobachten können.
Als Arzt und Kenner dieser Gegend kann ich daher die Bestrebungen,
hier eine Kurzone zu schaffen, nur begrüßen"
Das Gebiet von Serfaus bietet hervorragende klimatische Verhältnisse. Alleine schon
die Tatsache des ertragreichen Anbaus von Weizen, Gerste, Roggen und Obst auf nahezu 1500
Metern Höhe beweist schon die Gunst des Klimas. Für das Verständnis des Klimas ist
entscheident, daß die Hochterrasse rundum von hohen Bergkuppen umgeben wird. Im Westen
liegt der Rätikon und die Verwallgruppe, im Norden Allgäuer und Lechtaler Alpen, im
Osten das Ötztaler Zentralmassiv. Es folgen im Süden die Berge der Ortlergruppe, im
Südwesten die Bernina- und Silvrettagruppe. Auf Grund dieser Lage inmitten hoher Berge
genießt das Gebiet von allen Seiten Schutz gegen grobe Unwetter.
Über Anregung des Vereins "Deutsch-Davos" wurde das Klima des Serfauser
Gebietes genau untersucht. Auf Grund verschiedener Gutachten von Meteorologen und
Mediziner konnte nach dem ersten Weltkrieg die Tiroler Landesregierung für die Errichtung
eines kleinen Observatoriums gewonnen werden. Das Gelände im Bereich Hoch-Serfaus (Gebiet
St. Zeno) wurde als Observatorium bezeichnet.
Dr. Händel begann zu beobachten
Mit den Beobachtungen wurde im Herbst 1926 unter Dr. Händel begonnen. Sie erstreckten
sich auf alle Klimafaktoren wie Luftdruck, Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Bewölkung,
Windrichtungen und Wind-Geschwindigkeit, Niederschlagsmenge und Niederschlagszeiten,
Schneehöhe und Dauer der Schneedecke, Sonnenscheindauer, direkte Sonnenstrahlung und
diffuse Himmelsstrahlung. Die Beobachtungsreihe, die über 25 Jahre (1926 bis 1951)
lückenlos vorliegt, zeigt daß Hoch-Serfaus ideale Voraussetzungen für einen
Hochgebirgs-Kurort oder für eine Hochgebirgs-Heilanstalt bietet und einem Vergleich mit
Davos und Aros durchaus standhält. Eine kleine Tabelle möge Gesagtes erklären.
| Orte |
Davos |
Arosa |
St. Moritz |
Hoch-Serfaus
(beim St. Zeno) |
| Höhenmeter |
1561 |
1865 |
1853 |
1817 |
Jährliche
Sonnenscheindauer
in Stunden |
1693 |
1850 |
1820 |
1940 |
Jährliche
Niederschlagsmenge
in mm |
1003 |
1320 |
817 |
962 |
Mittlere Temperatur
im Jänner
(in C°) |
-6,7 |
-4,9 |
-6,9 |
-5,2 |
Mittlere Temperatur
im Juli |
12,7 |
11,3 |
11,6 |
11,3 |
Mehr als 1200 Stunden Sonne im Jahr
Hoch-Serfaus erhält zu allen Jahreszeiten mehr Sonnenschein als andere Orte. In einer
Beurteilung von Hochgebirgsorten auf ihre Eignung als Tuberkuloseheilstätten wird eine
monatliche Sonnenscheindauer im Winter von mehr als 70 Stunden gefordert.
Hoch-Serfaus
weist über alle Monate des Jahres mehr als 100 Sonnenschein-Stunden.
Fast zwei Meter Schnee
Entscheidend ist auch, daß die Zahl der Tage mit Schneedecke ziemlich hoch liegt. Die
mittlere Zahl der Tage mit Schneedecke beträgt 188,4 cm. Die Schneedecke bindet Staub,
erhöht durch Reflektion die Strahlung und ermöglicht heute die so beliebte Verbindung
von Wintersport und Kulturaufenthalt. So vereinigt Serfaus in einer außergewöhnlich
schönen Lage sichere Schneelage und ein Maximum an Sonnenschein-Dauer.
Serfaus liegt also in einem Gebiet, das reich mit landschaftlichen Schönheiten und
klimatischer Gunst gesegnet ist. Beide Vorteile waren auch ausschlaggebend, daß sich hier
schon in früher Zeit Menschen niederließen und das Gebiet kultivierten. |